Gebäude energieeffizienter machen – Wie Sie Ihr Dach richtig dämmen

Kategorie: Energie sparen | 20.01.2016

Ein Großteil der Energie eines Hauses geht über das Dach verloren. Aus diesem Grund ist es gerade bei älteren Gebäuden besonders wichtig, eine ausreichende Dämmung für den Dachstuhl oder für die Innendecken zu verwenden, welche die Energie dort hält, wo sie hingehört: im Haus. So schonen Sie nicht nur Ihren Geldbeutel und die Umwelt, sondern lassen auch Hitze, Kälte und Feuchtigkeit vor der Tür. Welche Möglichkeiten der Dachdämmung existieren und welche Anforderungen der Gesetzgeber an eine Dachdämmung stellt, erfahren Sie hier.

Dämmung der obersten Geschossdecke - Einfach und kostengünstig

Wenn es darum geht, die Dämmung des eigenen Hausdaches zu optimieren, stellt die Isolation der obersten Geschossdecke die einfachste und kostengünstigste Option dar. Allerdings kommt diese Art der Dämmung nur dann in Frage, wenn der Dachboden nicht zum beheizten Wohnraum gehört. In diesem Fall, kann die Isolation der obersten Geschossdecke mittels Dämmplatten oder Dämmmatten aus Polysterol, Holzweichfaser, Glas- oder Steinwolle erfolgen. Diese werden einfach auf der zu isolierenden Decke ausgelegt und können anschließend mit trittfesten Span- oder Gipsfaserplatten abgedeckt werden, wodurch der Boden des Dachgeschosses weiterhin begehbar bleibt. Die jeweilige Dicke der Dämmschicht richtet sich in diesem Zusammenhang nach den Vorgaben der aktuellen Energiesparverordnung (EnEV).

Dämmschüttung für Sparrenkonstruktionen

Statt der angesprochenen Dämmplatten kann auch eine Dämmschüttung für die Isolation der Geschossdecke zum Einsatz kommen. Dabei werden Zelluloseflocken oder Perlite über einen Schlauch in die Hohlräume der Geschossdecke eingeblasen. Wichtig bei diesem Verfahren der „Einblasdämmung“ ist es allerdings, dass aufgehende Mauern bis zu einer Höhe von mindestens 50 Zentimetern mitgedämmt werden. Andernfalls droht die Gefahr, dass diese im Winter erkalten und dabei die Kälte nach unten in den Wohnraum abführen.

Dämmung des Dachstuhls – Drei verschiedene Möglichkeiten

Wenn Sie Ihren Dachboden als Wohnraum nutzen möchten, haben Sie drei unterschiedliche Möglichkeiten den Dachstuhl Ihres Gebäudes zu dämmen.

Zwischensparrendämmung

Bei der Zwischensparrendämmung wird das Dämmmaterial zwischen den Dachsparren montiert. Die Dicke der Dämmschicht richtet sich wiederum nach den Vorgaben der aktuellen Energiesparverordnung (EnEV 2014), wobei es gegebenenfalls notwendig sein kann, dass die Dachsparren aufgedoppelt werden müssen. Bei der Montage der Dämmkeile ist nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch besondere Sorgfalt gefragt. Andernfalls können Wärmebrücken entstehen, an denen die Dämmschicht schnell durchfeuchten kann. Besonders wichtig ist hierbei auch der Einbau einer Dampfsperre, die das Eindringen von Luftfeuchtigkeit aus dem Dachraum in die Dämmschicht verhindert.

Aufsparrendämmung

Die Aufsparrendämmung gilt als effektivste Möglichkeit der Dachdämmung. Sie wird üblicherweise bei ausgebauten Dachgeschossen vorgenommen, wobei die Dämmmaterialien von außen auf die Dachsparren aufgebracht werden und somit zwischen den Dachziegeln und den Dachsparren liegen.

Untersparrendämmung

Der Einbau einer Untersparrendämmung ist immer dann sinnvoll, wenn eine Aufsparrendämmung zu aufwändig ist oder wenn eine bereits vorhandene Zwischensparrendämmung ergänzt werden soll. Sie wird zumeist für ein nicht ausgebautes Dachgeschoss verwendet, wobei die Dämmschicht entweder von innen an die Dachsparren angebracht wird oder als Ergänzung zu einer bereits vorhanden Zwischensparrendämmung fungiert. Dabei erfüllt sie in erster Linie den Zweck, das Auftreten von Wärmebrücken innerhalb der ungedämmten Dachsparren zu verringern und somit den Wärmeschutz des Daches insgesamt zu erhöhen.

Dämmung des Daches: Das sagt der Gesetzgeber

Bereits seit Anfang 2002 werden einige Dämmmaßnahmen an Eigenheimen vom Gesetzgeber zwingend vorgeschrieben. Im Zuge dessen schreibt die auch die aktuelle Energiesparverordnung (EnEV 2014) auch eine Dämmung der obersten Geschossdecke oder ein Dämmung des Dachstuhls für Selbstnutzer von Ein- und Zweifamilienhäusern vor, wenn das betreffende Haus vor dem 1. Februar 2002 erworben oder geerbt wurde, der Dachraum unbeheizt ist und das Dach keinerlei Dämmung aufweist. Eine gesetzliche Dämmpflicht besteht dagegen nicht, wenn das Dach bereits einen Mindestwärmeschutz aufweist oder die Dämmung unwirtschaftlich wäre.

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