Gebäude energieeffizienter machen – Wie Sie die Fassade Ihres Hauses richtig dämmen

Kategorie: Energie sparen | 14.02.2016

Gerade Bewohner von Altbauten erleben bei Ihrer jährlichen Heizkostenabrechnung oftmals eine böse Überraschung. Verantwortlich für die häufig exorbitanten Heizkosten ist zumeist eine unzureichende Deckung des Dachstuhls und der Innendecken. Aber auch eine veraltete oder nicht vorhandene Dämmung der Fassade kann hohe Energieverlusten mit sich bringen. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten der Fassadendämmung in Bezug auf Altbauten existieren und wann eine Isolierung der Außenfassade am besten vorgenommen werden.

Unzureichende Fassadendämmung - Ein häufiges Problem von Altbauten

Altbauwohnungen bieten zwar häufig ein ganz besonderes Wohnambiente, benötigen aber bedingt durch ihre zumeist sehr hohen Zimmerdecken deutlich mehr Zeit um warm zu werden, als es bei vergleichbaren Wohnungen in Neubauten der Fall ist. Sind die Außenwände der einzelnen Zimmer dazu noch unzureichend oder gar nicht isoliert, gehen bis zu 30 Prozent der Heizwärme über die Außenwände verloren. Folglich muss die Heizanlage besonders hart „arbeiten“, um eine angenehme Raumtemperatur zu erreichen. Ist dagegen die Fassade ausreichend gedämmt, muss deutlich weniger Heizenergie zum Beheizen der Räume aufgewendet werden. Aktuellen Schätzungen zufolge liegt das Energiesparpotenzial einer guten Fassadendämmung bei einem Wert von bis zu 21 Prozent.

Der richtige Zeitpunkt für die Isolierung der Außenfassade

Am besten lassen Sie eine Isolierung der Außenfassade vornehmen, wenn ohnehin Renovierungsarbeiten am Gebäude anstehen, also etwa wenn das Dach neu gedeckt werden muss oder neue Fenster mit Doppelverglasung eingesetzt werden. Durch diese Vorgehensweise können Sie gezielt Geld sparen, da beispielsweise die Kosten für den Aufbau eines Gerüstes nur einmalig anfallen. Zudem sollten Sie beachten, dass Sie die Fassade des Gebäudes nicht nach und nach dämmen, sondern die Isolierung vollständig und ohne Unterbrechungen vornehmen lassen.

Mehrere unterschiedliche Systeme kommen für die Fassadendämmung von Altbauten infrage

Für die Dämmung einer Hausfassade kommen mehrere unterschiedliche Systeme zum Einsatz. Zu den gängigsten zählen sogenannte Wärmedämmverbundsysteme (WDVS), das Verfahren der Kerndämmung und hinterlüftete Vorhangfassaden.

Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) – bei Putz- und Ziegelfassaden erste Wahl

Wärmedämmverbundsysteme sind besonders gut für die Dämmung von einschaligen, verputzten Außenwänden geeignet. Bei diesem Verfahren wird der aus Mineralfaser oder Hartschaum bestehende Dämmstoff direkt auf die zu isolierende Außenmauer geklebt oder gedübelt. Anschließend wird auf die Dämmschicht ein sogenanntes Animierungsgewebe befestigt, auf welches schließlich noch entweder eine Schicht Außenputz aufgebracht oder eine Riemchenverblendung angebracht wird.

Kerndämmung – Die richtige Fassadendämmung für Holzschichtmauerwerke

Die Kerndämmung ist die kostengünstigste Variante einer nachträglichen Fassadendämmung und kommt bei zweischaligen Mauerwerken zum Einsatz. Bei diesem Verfahren werden bevorzugt Einblasdämmstoffe durch zuvor in die Außenfassade gebohrte Löcher zwischen die beiden Mauern des Hohlschichtmauerwerkes eingebracht. Besonders vorteilhaft ist in diesem Zusammenhang, dass das Haus bei einer Kerndämmung nicht eingerüstet werden muss und die Sanierungsarbeiten zumeist innerhalb weniger Tage abgeschlossen sind.

Hinterlüftete Vorhangfassade bietet guten Schutz vor Witterungseinflüssen

Eine hinterlüftete Vorhangfassade stellt eine sinnvolle Alternative zur Kerndämmung dar. Bei dieser Art der Fassadendämmung wird zunächst eine Unterkonstruktion aus Alu-Profilen oder aus Holz auf der Außenfassade des Gebäudes befestigt und anschließend der zumeist aus Mineralwolle oder Zellulose bestehende Dämmstoff in die Zwischenräume gefüllt. Im nächsten Schritt wird je nach vorherrschenden regionalen Gegebenheiten eine Außenverkleidung aus Schiefer, Holz oder Faserzement auf der Unterkonstruktion montiert. Auf diese Weise ist die Außenfassade besonders gut vor Witterungseinflüssen geschützt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass zwischen Dämmung und Außenverkleidung ein Luftspalt zur Hinterlüftung bleibt, damit eindringende Feuchtigkeit ausreichend abtransportiert werden kann.

Innendämmung – Alternative für denkmalgeschützte Altbauten

Für den Fall, dass ein Haus aufgrund von Denkmalschutz-Vorgaben nicht äußerlich verändert werden darf, stellt eine Innendämmung die einzige Alternative dar, die Außenwände energieeffizienter zu gestalten. Hierzu existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Dämmsysteme, wie etwa mineralische, nicht brennbare Dämmplatten oder Kalzium-Sulfat-Platten.

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