Gebäude energieeffizienter machen – Was bei der Dämmung der Kellerdecke zu beachten ist

Kategorie: Energie sparen | 17.04.2016

Gerade in Gebäuden, die während der siebziger Jahre oder früher gebaut wurden, verfügt die Kellerdecke über keine ausreichende Wärmedämmung. Diese unzureichende Isolierung sorgt nicht nur für kalte Füße im Erdgeschoss, sondern trägt auch dazu bei, dass rund fünf bis zehn Prozent der Heizenergie verloren gehen. Obwohl es sich dabei um keinen besonders hohen Wert handelt, lohnt sich dennoch eine nachträgliche Dämmung, auch weil sie mit geringem Aufwand und kostengünstig vollzogen werden kann. Auf welche Aspekte es dabei besonders ankommt und welche Materialien dabei zum Einsatz kommen können, erfahren Sie hier.

Kellerdeckendämmung - Möglichkeiten der nachträglichen Dämmung sind abhängig von der Beschaffenheit der Kellerdecke

Die nachträgliche Dämmung der Kellerdecke ist eine Energiesparmaßnahme, die selbst von Laien ohne großen Aufwand durchgeführt werden kann, zumindest wenn die Kellerdecke eine relativ glatte Oberfläche und keine oder nur wenige Rohrinstallationen aufweist. Ist dies der Fall, kann eine nachträgliche Wärmedämmung durch das Aufkleben von Dämmstoffen an der Deckenunterseite erzielt werden. In diesem Zusammenhang kommen zumeist Dämmplatten aus Hartschaum (XPS), Mineralwolle oder aus Polysytrol (Styropor) zum Einsatz, die einfach mittels eines mineralischen Bauklebers oder mithilfe eines Klebeschaums an die Unterseite der Kellerdecke angebracht werden.

Weist die Kellerdecke dagegen eine unebene oder gewölbeartige Oberfläche auf, kann die Dämmung der Deckenunterseite nicht durch das Anbringen von Dämmplatten vollzogen werden. Stattdessen empfiehlt es sich in diesem Fall, eine Unterkonstruktion mit tragfähigen Latten in die Decke des Kellers zu verdübeln und den entstandenen Zwischenraum mit Dämmmatten zu befüllen. Anschließend sollte die Unterkonstruktion entweder mit einer Holzvertäfelung oder mit Rigips-Platten verkleidet werden.

Laufen dagegen an der Kellerdecke zahlreiche Rohre und Leitungen entlang, kann eine Dämmung der Kellerdecke anhand der bereits skizzierten Möglichkeiten nicht vollzogen werden. In diesem Fall bietet sich die Durchführung der sogenannten „Spray-On-Methode“ an, bei welcher Flocken aus Zellulose zunächst angefeuchtet und anschließend direkt unter die Kellerdecke geblasen werden. Auf diese Weise können selbst schwer zugängliche und stark verwinkelte Stellen der Decke zuverlässig abgedichtet werden. Allerdings kann diese Methode der Kellerdeckendämmung nicht selbst, sondern nur von einem Fachbetrieb durchgeführt werden, da spezielle Maschinen zum Auftragen der Zelluloseflocken benötigt werden.

Dicke der Dämmung ist abhängig von der Deckenhöhe und von der Wärmeleitgruppe des Dämmmaterials

Um die Kellerdecke ausreichend zu dämmen und Wärmeverluste zu vermeiden, genügt in der Regel das Aufbringen einer etwa fünf bis zehn Zentimeter dicken Dämmschicht. In diesem Zusammenhang sollten allerdings zwei grundlegende Faktoren nicht außer Acht gelassen werden:

Einerseits sollte vor dem Anbringen der Dämmung die vorhandene Deckenhöhe und die Höhe der Fenster- und Türabschlüsse adäquat berücksichtigt werden. Somit darf die Dämmstoffschicht nur so dick sein, dass durch sie nicht die Nutzung des Raumes sowie von Fenstern und Türen nicht unnötig erschwert wird. Diese Faktoren sollten insbesondere bedacht werden, wenn bei unebenen Kellerdecken eine Unterkonstruktion mit Vertäfelung zur Isolation angebracht werden soll.

Andererseits sollte auch ein besonderes Augenmerk auf die jeweilige Wärmeleitgruppe (WLG) der verwendeten Dämmmaterialien gelegt werden. Wird die Isolierung der Kellerdecke etwa mit Mineralwoll-Dämmplatten mit einer WLG von 0,4 vollzogen, muss die Dämmung wesentlich dicker ausfallen, als wenn deutlich dünnere, aber effektivere Dämmplatten aus Hartschaum mit einem WLG von 0,28 zum Einsatz kommen. Weist der Keller eine geringe Deckenhöhe auf, sollten somit bevorzugt Dämmmaterialien mit einem geringen WLG-Wert verwendet werden, da diese nicht nur eine deutlich geringere Stärke aufweisen, sondern gleichzeitig auch eine optimale Dämmung gewährleisten.

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